Bitte mehr Sorgfalt mit Online-Passwörtern

Schlüssel

Viele Benutzernamen bei vielen Internetdiensten sollten alle auch verschiedene, sichere Passwörter haben. PasswordMaker löst das Dilemma, indem aus einem Masterpasswort und Domainname ein sicheres Passwort pro Dienst generiert wird.

Jeder Dienst braucht ein eigenes Passwort

Wieviele Passwörter brauchen Sie im Internet? Eines für die Mails. Eines für den DSL-Provider. Eines für Facebook, für LinkedIn, für Xing, für Google. Eines für ihren Elektronikversender, eines für Amazon, eines für eBay. Eines für jeden Spezialshop, wie etwa für Möbel, Kleidung, Spielzeug. Dann noch eines für ihre Lieblingscommunity zu Hobby, Film oder Schauspiel. Verwenden Sie etwa immer dasselbe? Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch fahrlässig. Denn das heißt, dass Sie dem einen Shop die Zugangsdaten zu allen anderen ebenfalls anvertrauen.

Also müssen verschiedene Passwörter her. Und wie merken Sie sich die alle? Wie erfinden Sie die Passwörter alle? Viele meiner Mitmenschen, mit denen ich mich über das Thema unterhielt, haben das “Erfinden” von Passwörtern versucht. Dabei kommt dann üblicherweise ein kurzes deutsches Wort mit einer angehängten Zahl raus, und die Zahl auch nur deswegen weil die Internetanwendung es fordert.

Ein sicheres Passwort erfinden und merken

Sichere Passwörter erfinden funktioniert gut, wenn Sie sich einen Satz mit ungefähr zehn bis fünfzehn Wörtern ausdenken, den Sie auch immer wieder gut rezitieren können, und aus dem jeweils ersten, zweiten oder dritten Buchstaben eines jeden Wortes das Passwort bilden. Noch sicherer wird es, wenn Sie die Satzzeichen mit einbeziehen und ein vorkommendes Zahlwort als Ziffern schreiben. Beispiel: “Meine Oma wohnt seit über vierzig Jahren in Hamburg.” ergibt das Passwort “MOwsü4JiH.” für die ersten Buchstaben, oder “emoeb0ana.” für die zweiten Buchstaben. Nehmen Sie als Regel hinzu, dass Substantive immer zu einem Großbuchstaben führen, dann lautete das zweite “EMoeb0AnA.”.

Glauben Sie mir, Sie brauchen mehr Passwörter als dieser Satz hergibt. Oder mehrere Sätze. Die Gefahr besteht nun darin, dass das ganze so kompliziert wird, dass Sie sich den Satz immer auf Papier aufschreiben müssen, damit Sie das Passwort rausbekommen.

Nun gibt es ja auch Passwortprogramme. Die meisten jedoch sind im Prinzip verschlüsselte Notizbücher, die die ganzen Passwörter auf ihrem Computer abspeichern. Oder eben irgendwo im Internet, weil sonst haben Sie sie ja nicht unterwegs verfügbar. Nur halte ich es auch für eine schlechte Idee, alle seine Passwörter irgendeinem Dienst oder einer App anzuvertrauen.

Immer das passende, sichere Passwort frisch generieren

Die Lösung heißt: Generierte Passwörter, zum Beispiel mit PasswordMaker. Das ist ein Programm, dass innerhalb Ihres Browsers oder als App auf dem Smartphone läuft, und aus einem sogenannten Master-Passwort und einem Domainnamen ein Passwort generiert. Sie merken sich also nur das Master-Passwort, das eigentliche Passwort entsteht immer dann, wenn Sie es benötigen. Und da wird nichts abgespeichert, alles flüchtig. So baut PasswordMaker beispielsweise aus dem Master-Passwort »Passwort« und dem Domainnamen »schlosser.info« mit der Standardkonfiguration auf 10 Zeichen das Passwort »Fu+3G40%m#«. Das errät keiner. Und wenn Sie noch sicherer sein wollen, dann verwenden Sie eben mehrere Master-Passwörter, etwa eines fürs Shopping, eines für Bank, eines für Social und so fort.

Manche Internetdienste erlauben leider noch keine Sonderzeichen in den Passwörtern, so dass Sie sich eine zweite Konfiguration anlegen sollten (das geht bei jedem PasswordMaker-Plug-in), welches nur Buchstaben und Zahlen erzeugt. Für das obige Beispiel entstünde dann »D22mY2A2e2UN«.

Bitte installieren Sie sich PasswordMaker für Firefox, PasswordMaker Pro für Google Chrome, PasswordMaker Opera Widget, oder als Javascript-Version z.B. für Internet Explorer. Auf dem Smartphone gibt es PasswordMaker als App fürs iPhone und PasswordMaker als App für Android.

Wenn Sie mehr als eines dieser Programme nutzen, so achten Sie darauf, dass die Profile bzw. Konfigurationen überall die gleichen sind, also denselben Algorithmus eingestellt haben, denselben Zeichensatz und dieselbe Länge des generierten Passworts.

Und, wie halten Sie’s mit Ihren Online-Passwörtern?

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Lesen: Frank Schätzing – Lautlos

Frank Schätzing - Lautlos - Cover

Ein versoffener, exzentrischer, genialer und bindungsunfähiger Wissenschaftler in Erwartung seines Nobelpreises, eine Attentäterin mit vielen Identitäten, ein kantiger Mittelsmann und ein alter Hintermann in imposanter Bergkulisse, daraus strickt Frank Schätzing seinen Roman »Lautlos«. Und dieser Thriller spielt im Köln des Jahres 1999, rund um den Weltpolitikgipfel, bei dem Spitzenpolitiker aus aller Welt zusammenkamen.

Versoffener Wissenschaftler-Beau verhindert Attentat

Liam O’Connor, Physiker aus Irland, hat sich Ruhm erarbeitet durch seine Experimente zur Verlangsamung von Licht und durch seine Bücher. Er ist ein blendend aussehender und gut gekleideter Exzentriker, der sich auf Promo-Tour durch Europa zur Vorstellung seines neuen Buches befindet. Da er immer für alkoholbedingte Ausfälle und umgeworfene Zeitpläne zu haben ist, wird ihm neben seinem Lektor noch eine weitere Mitarbeiterin des Verlags zur Seite gestellt, die nach langer Zeit das erste Mal wieder in ihre Heimatstadt Köln zurückkehrt und – wie könnte es anders sein – dem Charme O’Connors verfällt. Dieser kommt durch eine Zufallsbegegnung mit einem alten, längst vergessenen Freund auf die Spur eines Mordkomplotts. Die polyglotte und erfahrene Jana, erfolgreiche Softwareunternehmerin, nutzt viele Identitäten und ist der Kopf der Attentatsoperation. Sie kennt ihre Auftraggeber nicht, sie weiß nur, dass dieser Job ihr Abschlußwerk sein wird, das ihr den Ausstieg aus dem Geschäft verschaffen kann.

Der Gruppe um O’Connor schafft es trotz seines Rufes, auch mal zum Spaß eine Falschmeldung zu platzieren, die Sicherheitskräfte von der Brisanz seiner Entdeckung zu überzeugen. Der Showdown auf dem Flughafen Köln-Bonn und nach dem Fehlschlag auch in der Nachbarschaft schließlich bringt alle handelnden Personen zusammen und macht deutlich, dass ein Attentat ebenso vielschichtig ist wie Politik.

Thriller – Wissenschaft – Politik

Schätzing, der Mehrheit wahrscheinlich durch seinen Öko-Thriller »Der Schwarm« bekannt, konstruiert aus dem Balkankrieg und dessen Nachwehen die Szenerie eines Attentats, das die Lebenswege von Menschen verwebt, die sich unter normalen Umständen nie begegnet wären. Längst vergangene Freundschaften der Vergangenheit wirken nach und beeinflussen den Ablauf der Dinge.

Die Geschichte läuft im Prinzip in der Tradition des Caper Movie, in dem eine Gruppe einen großen Coup landen will – normalerweise einen Diebstahl, hier ein Attentat – und sich einen anspruchsvollen, detaillierten Plan zurecht legt, der dann eben doch nicht so reibungslos abläuft wie gedacht.

Der Kosovo-Konflikt als Kontext bietet unklare Frontverläufe, ebenso zwielichtige wie gebrochene Figuren. Nicht nur die Hauptpersonen, auch die Nebenfiguren sind schön gezeichnet. Es ist alles nicht so einfach, wie es scheint. Der Lektor Kuhn ist ein verspießter Alt-Achtundsechziger. Verlags-Anstandsdame Kirsten Katharina – kurz Kika – Wagner kämpft mit Lockerheit und Pflichtbewusstsein. Attentäterin Jana knabbert an ihren serbischen Wurzeln und dem Grund für ihren Erfolg in der Welt des Terrorismus. Flughafen-Sicherheitschef Lavallier will gute Presse für seinen Flughafen und keine schlechten Überraschungen. Secret-Service-Chef will überhaupt keine Überraschungen.

Plastische Sprache, schnörkellos

Frank Schätzings Dialoge finde ich angenehm zu lesen, sie sind ebenso kurzweilig wie realistisch. Die Personen labern nicht, sondern tragen die Geschichte immer weiter.

Aus der Kombination verschiedener Zeiten – sechs Monate vor dem Politikgipfel und zur Zeit des Attentats – sowie interessanter technischer Details und tiefgängigen Geschichten ergibt sich ein schöner Spannungsbogen: Man weiß ja aus dem Prolog, dass der Anschlag nicht funktionieren wird, und will unbedingt wissen warum. Schätzing bedient sich ausserdem des Kunstgriffs, im Prolog darauf hinzuweisen, dass das vereitelte Attentat nicht notwendigerweise erfunden, sondern schlicht totgeschwiegen und vertuscht werden hätte können. Die Attentäter, also Jana und ihre Mitarbeiter sind durchaus fein und sympatisch gezeichnet, so dass sich das Interesse an Protagonisten und Antagonisten die Waage hält.

Schätzing schreibt in einer Art, dass ich micht gut recherchiert aufgehoben fühle, er liefert plausible Erklärungen und technische Sachverhalte, geht genügend ins Detail, um es realistisch erscheinen zu lassen, aber wenig genug, um nicht vom Roman in eine Abhandlung abzudriften. So lässt er den Physiker O’Connor hinreichend über seine Experimente und seine Weltsicht philosophieren, dass ich als Leser Bescheid weiss, warum er so wurde und worin sein Erfolg besteht, und dennoch liest sich das 900-seitige Buch eben mal so ohne längere Pausen zur mentalen Verdauung weg. Anders als beispielsweise ein Umberto Eco, dessen Name der Rose den Leser ja erstmal durch 150 Seiten Latein und Geschichte jagen, bevor es losgeht – wenngleich auch das gekonnt.

Zur Gestaltung des Buches läßt sich nicht viel sagen. Mir lag die Taschenbuchausgabe vor, die einen normalen, unauffälligen Satzspiegel verwendet. Die Einteilung in vier Phasen und unnummerierte Abschnitte, die lediglich mit dem Ort oder der Person überschrieben sind, passen zum generellen Stil des Romans.

Mir hat »Lautlos« gefallen. Auch wenn der Roman nicht in den Grundkanon deutscher Romane wandern wird, so fängt er doch die Stimmungen der späten Neunziger Jahre wunderbar ein. Gerade weil ich »Lautlos« erst so lange nach Erscheinen las, hat mir Schätzing einige Erinnerungen an die Zeit wieder ins Gedächtnis gerufen. Auch dafür, lieber Frank Schätzing, sage ich Danke.

Frank Schätzings »Lautlos« bei Amazon…

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Restaurantszene – wenn gut doch nur ein fades Zitat ist

Nicht mehr dasselbe

In Königsbrunn gab es ein Restaurant, das nannte sich »Gordion« und bot nach eigener Lesart »eurasische« Küche dar. Dann wurde der Mietvertrag von seiten des beherbergenden Hotels nicht verlängert, das Gordion ging und blieb: Die Besitzer und das Konzept gingen, der Name blieb. Heute ist ein anderes Restaurant drin, jedoch nach wie vor unter dem Namen Gordion. Das ist nun kein Plagiat, sondern ein falsches Zitat, eine Referenz gesetzt wo gar keine hingehört.

Das Team des alten Gordion mischte im Gastraum loungeartige dunkle Ledersofas mit dunklem Holz und gediegenen Stühlen, dazu eine nicht zu grelle und nicht zu dunkle Beleuchtung. Neben aufregenden Kreationen auf der Speisekarte, die knackiges Gemüse mit erlesenem Fleisch und Fisch kombinierte und mit raffinierten Soßen abschmeckte, konnte man sich das auch selbst zusammenstellen: An einer Theke auf einen Teller das rohe Gemüse, Fisch oder Fleisch legen, eine Beilage und eine Soße aussuchen. Das Personal stand immer mit einem Rat zur Seite, was denn mit dem Tellerinhalt gut harmonierte. Dies wurde dann auf den Punkt zubereitet und serviert. Es war mit das Beste, was man im gesamten Augsburger Raum bekam. Wie lange hatten wir das? Schwer zu sagen, es mögen gut drei Jahre gewesen sein (laut Alter der Domain).

Kürzlich besuchten wir das neue Gordion, im Willen, diesem eine Chance zu geben, da ja vielleicht das Konzept geblieben sein könnte. Der neue Betreiber Azsteakas, ein Steakhausfranchise mit Häusern in vielen Städten Deutschlands, nichts wirklich falsch. Allein die Brillanz und das Flair sind verloren. Das beginnt bei der Tischdekoration, die nun nur ein Faltblatt als Speisekarte bietet, dazu die farblich nicht ganz passenden Azsteakas-Standardkarten für Dessert und Cocktails, ein beliebiges Glaswindlicht statt den urigen Holzschiffchen für die Kerzen von früher. Die Theke, in der früher die rohen Speisen präsentiert wurden, hat freilich ihre Funktion verloren und ist heim für die Steaksoßenflaschen. Die Speisen sind tadellos, das Fleisch zart, eben gediegene Steakhauskettenkost. Wie überall. Das Servicepersonal ist flott und freundlich, und doch fehlt ihm die Souveränität des einstigen Teams von Antonio-Banderas/Nicolas-Cage-Verschnitts und seiner Kollegin, die Gäste auch beraten konnten und immer persönlich auf den Gast eingingen. Die Summe der Einzigartigkeit ist fort.

Das neue Gordion können Sie besuchen, wenn sie im südlichen Augsburg ein Steak essen wollen, die neuen Betreiber betreiben es fehlerlos. Ich würde es jedoch nur denjenigen empfehlen, die mit dem Namen nicht das alte Gordion verbinden. Hieße das neue Restaurant Azsteakas und nicht Gordion, besuchten wir es vielleicht wieder. So aber vergleichen wir halt unbewusst, und dabei kann das neue nur verlieren.

Wie oft kommt es vor, dass eine Unternehmung einen Namen übernimmt, sich das darunterliegende Produkt jedoch stark ändert? Wie oft wird durch einen eingeführten Namen etwas suggeriert, was die Realität dann nicht mehr halten kann, selbst wenn das Neue auch gut ist? Der Name etwas Außergewöhnlichen sollte nur für etwas neues Außergewöhnliches wiederverwendet werden. Sie arbeiten im Produktmarketing? Dann stehen Sie ein für Ehrlichkeit und geben Ihrem Erzeugnis nur dann einen bekannten Namen, wenn es diesen auch verdient.

Fehlerlos heißt eben nicht brillant.

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Nie mehr einen Outlook-Termin ohne Erinnerung verpassen

Keine Erinnerung im Outlook-Termin (Vorschau)

Nutzen Sie Outlook für Mail und als Kalender? Nutzen Sie Outlook für Mail und als Kalender? Haben Sie schon einmal einen Termin verpasst, weil derjenige, der Ihnen die Einladung schickte, die automatische Erinnerung ausgeschalten hatte?

Dann bringen Sie ihrem Outlook doch bei, beim Erhalt solcher Einladungen selbständig eine Erinnerung hinzuzufügen. Die Lösung fand ich auf superuser.

Wenn Sie lieber gucken als lesen, habe ich für Sie diese Anleitung auch als Video:

Die Schritte zum Nachlesen:

  1. Das Visual-Basic Skript einrichten
    1. Sie befinden sich in einem Outlook-Fenster. Wechseln Sie mit Alt-F11 in den Visual-Basic Editor. Erstellen Sie ein neues Modul, indem Sie im Kontextmenü des Projekts auf Einfügen – Modul klicken.
      image
    2. In das neue Codefenster fügen Sie folgenden Programmschnipsel ein:
      Sub CustomMeetingRequestRule(Item As Outlook.MeetingItem)
          If Item.ReminderSet = False Then
              Item.GetAssociatedAppointment(False).ReminderMinutesBeforeStart = 10
          End If
      End Sub

      Passen Sie die Erinnerungszeit an, voreingestellt habe ich 10 Minuten.

    3. Schließen Sie das Visual-Baisc-Fenster.
  2. Regel einrichten
    1. Wechseln Sie in die E-Mail-Ansicht. Dort klicken Sie auf Regeln – Regeln und Benachrichtigungen verwalten.
      image
    2. Erstellen Sie eine neue Regel ohne Vorlage. Wählen Sie als Bedingung Besprechungsanfrage oder Besprechungsaktualisierung. Im nächsten Bildschirm scrollen Sie nach unten bis zur Aktion “Skript ausführen”. Klicken Sie auf das unterstrichene Wort Skript und wählen im folgenden Dialog genau wieder den Funktionsnamen CustomMeetingRequestRule aus, den Sie vorher in Visual Baisc angelegt haben. Ein Klick auf Fertigstellen beendet die Einrichtung.
    3. Schließen Sie den Dialog und bitten zum Testen einen Kollegen, Ihnen eine Besprechungsanfrage ohne Erinnerung zu schicken. Wenn alles richtig lief, bekommen Sie diese nun trotzdem mit einer zehnmimütigen Erinnerung in Ihren Posteingang.
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Ökosystem Strand – 14 typische Bewohner

Strandkehrmaschine am Morgen

Die Urlaubssaison ist wohl vorbei. Wo waren Sie? Am Meer? Vielleicht am touristisch erschlossenen Meer? Was gehört eigentlich alles zum Ökosystem Strand? Die natürlichen Ressourcen sind freilich Meer, Sandstrand und Sonne. Wer aber lebt sonst noch hier? Wie funktioniert das System? Keine Angst, ich bin kein Biologe, sondern habe es mehr mit System als mit Öko. Meine Theorie: Immer, wenn die vier Ressourcen Meer, Sandstrand, Sonne und Geld zusammenkommen, entsteht folgendes Ökosystem in der einen oder anderen Ausprägung:

  1. Hotelier: beherbergt die Urlauber, ist erste Anlaufstelle. Zwischen einzelnen Hotels bestehen große Qualitätsunterschiede. Die meisten der anderen Bewohner des Ökosystems benötigen das Hotel als Katalysator, um ihren eigene Rolle ausfüllen zu können. Das Hotel selbst ist sein eigenes, kleines Ökosystem, welches ich hier jedoch nicht näher betrachten möchte.
    Wer nicht wie wie selbst mit angereist ist, der braucht vielleicht den nächsten Teil des Ökosystems:
  2. Busunternehmer: Irgendwer muss ja die ganzen Menschen erstmal aus Deutschland zum Strand karren. Wer nicht selbst anreist, kommt mit dem Bus. Das Klischee, jeder Bus enthielte mindestens drei Jahrtausende Lebenserfahrung, hält dem Realitätstest immer noch stand.
  3. Strandbetreiber: kooperieren teilweise mit Hotels, eher selten ist der Hotelstrand. Große Qualitätsunterschiede bestehen in Sachen Speise-, Getränke- und Unterhaltungsangebot wie etwa Spielplätze, das Grundangebot “Sand” ist überall gleich. Der Betrieb eines Strands kann anscheinend durchaus lukrativ sein, so mancher Strandbetreiber hat mittlerweile auch ein Hotel übernommen. Der Strandbetreiber fungiert auch als Wettervorhersage. Räumt er am Abend die vorderste Reihe Liegen weg, so sind für den nächsten Tag hohe Wellen garantiert.
  4. Hersteller von Strandliegen und Strandschirmen: Dürfte wohl eine Großindustrie in der Mittelmeerregion sein. Trotz der robusten Konstruktion und Ausführung, die die Liegen sehr dauerhaft machen, unterliegen sie natürlich einem Alterungs- und Abnutzungsprozess. Die meisten Liegen stammen tatsächlich aus einheimischer Produktion. Das Quietschen des Dachs ist übrigens Grundvoraussetzung und dient als Einschlafhindernis.
  5. Badetuchverkäufer: fliegender Händler, der dem Strandgast Badetücher andingt. Überwiegend sehr höfliche und fröhliche Menschen, was daran liegen mag, dass mit Badetüchern tatsächlich Umsatz zu machen ist. Die Ware stammt zumeist aus ägyptischer Produktion und ist oft von einwandfreier, schwerer Qualität. Der Badetuchverkäufer gehört zu den Polyglotten, seine Vielsprachigkeit übertrifft die der meisten anderen Teilnehmer des Ökosystems. Hat dennoch wahrscheinlich eher keine Reisegewerbekarte.
  6. Coco-bello-Händler: Übernehmen den Bring-Service für Kokosnüsse (coco bello), Süßigkeiten (bóni boni) und kandierte Früchte (candidi)direkt zur Sonnenliege. Ihre Rufe erschallen in verschiedenen Stimmlagen und mit angepassten Texten. Sie sind für die Akustik des Ökosystems unbedingt erforderlich.
    Auch Teil der Akustik ist der nächste Bewohner:
  7. Animateure: In vielen Strandabschnitten beauftragt der Strandabschnittsbetreiber junge Leute, die anwesenden Kinder durch Mitmachtänze zu vielen lokalen und wenigen internationalen Schlagern sowie Bastelangeboten zu unterhalten. Auch sportliche Turniere in Boccia und Volleyball werden durch sie gern organisiert. Man kann geteilter Meinung über diesen Bewohner sein.
  8. Uhren-, Schmuck-, Hüte-, Tücherverkäufer: auch rennende Händler genannt, weil sie das Weite suchen, sobald sich Carabinieri (Polizei) zeigen. Tragen ihre Ware entweder über den Arm gelegt, hoch aufgetürmt auf dem Kopf, oder sie stellen an der Wasserlinie gleich ganze Klapptische auf. Sind üblicherweise keine Selbständigen, sondern in Kolonnen unterwegs. Wenn man an der richtigen Strasse sein Hotel hat, sieht man die Kolonne am Morgen anrücken. Samt Aufseher, das ist der, der nichts in der Hand trägt. Die Vielsprachigkeit ist hier oft nur vorgetäuscht, und beschränkt sich auf Attribute wie billiger, gute Preis sowie Markennamen wie Rolex, Breitling, Versace und ähnliche. Auf einen Coco Bello kommen übrigens 4-5 dieser Nippeshändler.
  9. Masseusen: im Zweifelsfall noch schneller rennendes Volk, weil diese Damen von den Strandbetreibern nicht gern gesehen werden. Meist von ozeanischem oder asiatischen Anschein, versprechen sie den Badegästen Entspannung durch Massagio. Bisweilen sind dann am Strand klatschende Schläge zu hören, wenn sie gerade einen der gestrandeten Wale durchkneten.
  10. Carabinieri: selten gesehene Polizisten, die nach dem Rechten sehen. Um rennende Händler zu verscheuchen, kommen sie auch schonmal per Jetski übers Wasser. Die Nachhaltigkeit dieser Maßnahme ist zu bezweifeln.
  11. DSC06736 Tretboot- und Banana-Boat-Verleiher: Um sich auf dem Meer bewegen zu können, ohne zwangsläufig naß zu werden, gibt es die Verleiher von Wassergefährten. In der Regel sind diese mit Muskelkraft betrieben und weisen optional eine gerade oder gebogene Rutsche auf. Ebenfalls verfügbar sind große bananenförmige Gebilde, die hinter einem Motorboot hergezogen werden können. Beides fällt unter Spielgerät.
    Apropos Spiel:
  12. Spielhöllenbetreiber: Kinderfänger für den Nachwuchs jeden Alterns. Arbeiten mit einer eigenen Währung, den sogenannten Gettoni. Die kleinen erfreuen sich am Elektroautofahren, die größeren Daddeln an die Videospielen der frühen und späten 90er Jahre. Unser Nachwuchs war zudem vom »Scheibeln« begeistert (die genaue Bezeichnung des Spiels entzieht sich meiner Kenntnis, Update: es heißt »Air-Hockey«, dank an meine Ehefrau für die Übersetzung).
  13. Örtlicher Baggerdienst: Fährt morgens mit Bagger und Siebmaschine den Strand auf und ab, um den Sand zu glätten und aus der obersten Schicht die Muschelreste abzusieben, und gegebenenfalls angespülten Tang und anderen Unrat zu entfernen. Schließlich sollen die Badegäste ja den Sand genießen können. Daneben hat jeder Strandbetreiber auch selbst entweder eine Art Kehrmaschine zum anschieben, die ebendies für seinen Teil des Strands tut, oder zwei Arbeiter, die das mit Rechen und Schaufel erledigen.
  14. Tourist: Letztendlich zielt das Ökosystem natürlich darauf ab, den Touristen anzulocken, egal ob von fern oder von nah. Verschiedene Orte, ja auch verschiedene Hotels spezialisieren sich dabei auf verschiedene Arten und Herkünfte von Touristen. Der Tourist bringt eine wichtige Ressource in System, die unbedingt zu einem gesunden Ökosystem Strand gehört: Das Geld. Dafür darf er dann auch in zu kurzen Hosen und Muskelhemd beim Abendessen einen Berg Meeresfrüchtesalat auf seinen Teller häufen und das ganze mit etwas Roastbeef und Ketchup garnieren.

Habe ich noch etwas vergessen?

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12 Tipps, um das Urlaubsgefühl in die Arbeit hinüber zu retten

Wellenläufer - 365 Tage

Ist Ihr Urlaub schon vorbei? So schaffen Sie es, die Erholung und das Urlaubsgefühl mit in den Arbeitsalltag zu nehmen.

  1. Planen Sie Ihren Urlaub so, dass Sie z.B. bis Dienstag Urlaub nehmen, so dass Sie mit einer kurzen Woche wieder starten. Es hilft, wenn die erste Woche nicht gleich eine lange ist.
  2. Planen Sie mindestens einen Tag zwischen Heimreise und erstem Arbeitstag ein. Besonders wenn Sie fliegen, braucht der Kopf einige Zeit, um nachzukommen. Direkt vom Strand ins Büro kann einen leichten Kulturschock auslösen. Packen Sie zu Hause gemütlich aus, gehen mit den Kindern auf den Spielplatz oder nochmal ins Freibad, und lassen den Urlaub mit Ihrem Partner bei einem schönen Abendessen ausklingen.
  3. Gehen Sie ganz früh ins Büro. Je weniger Leute vor Ihnen da sind, umso besser. Auf diese Weise steigt der Geräuschpegel nur langsam, und sie können sich an Ihre Kollegen quasi einzeln wieder gewöhnen, statt direkt in ein geschäftiges Umfeld geworfen zu werden.
  4. Beantworten Sie nicht gleich am ersten Tag morgens alle Mails in Ihrem Postfach. Die wirklich wichtigen Dinge besprechen Sie einfach direkt mit Ihrem Chef und Ihren Mitarbeitern. Das bringt uns zum nächsten Tipp:
  5. Sprechen Sie mit Ihrem Chef, Kollegen und Mitarbeitern. Besser, als die Historie von Dokumenten nachzulesen ist, sich zuerst die subjektive Meinung der Kollegen einzuholen. Diese haben auch die Begleitinformationen, den Flurfunk und können Ihnen so besser als die Datenlage ein komprimiertes Bild geben. Die Detailinformationen können Sie später immer noch nachlesen.
  6. Lassen Sie die Abwesenheitsnotiz und den Anrufbeantwortertext noch mindestens einen halben Tag auf Urlaub stehen. Muss ja nicht gleich jeder wissen, dass Sie wieder da sind. Umso größer wird die Freude des Anrufers sein, wenn Sie trotzdem zurückrufen.
  7. Machen Sie eine Liste der aufgelaufenen Aufgaben, anstatt gleich blindlings loszulegen. So bleiben Sie Herr Ihrer Arbeit, anstatt dass die Arbeit gleich Sie beherrscht.
  8. Leeren Sie Ihr Postfach, indem Sie zunächst alle eingegangenen Nachrichten nach Gesprächsverlauf sortieren, so dass die neueste Nachricht oben ist. Auf diese Weise bekommen Sie Diskussionen vom Ende her mit (Outlook 2010 kann übrigens Gespräche aufräumen und alle bis auf die neueste Nachricht einfach löschen).
    Dann sortieren Sie die Nachrichten in drei Kategorien einteilen: a) Zu beantworten/bearbeiten. Beantworten Sie sie nicht, außer es ist tatsächlich nur ein “geht klar” oder ähnliches, was weniger als eine Minute dauert. Das kann auch sein, daraus eine Aufgabe zu erstellen. Ziehen Sie die Mail in Outlook einfach auf das Aufgabensymbol links. b) Zu Lesen. Nachrichten, auf die hin Sie nichts unternehmen müssen, die Sie jedoch interessieren, legen Sie hier ab. Lesen Sie jetzt noch nicht! Das hat Zeit! c) Der Rest kommt in den Papierkorb. Das funktioniert übrigens genau so auch mit der Briefpost.
    Auf diese Weise habe ich nach dem Urlaub schon mehrfach in weniger als einer Stunde hunderte von Mails gesichtet und sortiert, ohne dass es in Stress ausartet und ohne davon überwältigt zu sein. Üblicherweise kommen 10-15% in den Bearbeiten-Ordner, etwa 20% in den Lesen-Ordner, die restlichen zwei Drittel fliegen in die Tonne.
  9. Rufen Sie jemanden in einer anderen Niederlassung Ihrer Firma an, mit dem Sie normalerweise weniger zu tun haben. Nehmen Sie eine der Mails als Anlaß, und fragen Sie bei der Gelegenheit nach globalen Neuigkeiten in der Firma. Oft ergibt sich dadurch ein vollständigeres Bild, als wenn Sie nur lokale Informationen haben.
  10. Führen Sie ein ausführliches Weekly-Review nach der Methode Getting-Things-Done durch. Dies sortiert Ihre Prioritäten und bewahrt Sie vor hektischem Aktionismus. Aktionismus ist der Feind des Urlaubsgefühls.
  11. Besser als für Routinetätigkeiten wie Post beantworten, Lesen, Verwaltungsarbeiten ist Ihr Geist jetzt geeignet, Entscheidungen zu treffen und kreative Aufgaben abzuarbeiten. Dadurch, dass Ihr Kopf durch den Urlaub hoffentlich vom Klein-klein gereinigt wurde, können Sie das große Ganze klarer sehen. Wenn Sie also Ideen brauchen oder Entscheidungen treffen sollen, sind die ersten Tage nach dem Urlaub wie geschaffen dafür. Bei Entscheidungen werden Sie überrascht sein, wie schnell Sie die dafür notwendigen Informationen aufnehmen können, sei es durch Lesen oder durch Befragen von Mitarbeitern und Kollegen.
  12. Spendieren Sie eine Runde Kekse, Eis oder ähnliches. Teilen Sie Ihr Urlaubsgefühl, denn Ihre Kollegen werden das auf Sie zurückspiegeln.

Funktioniert das alles garantiert? Nein, bestimmt nicht. Doch es hilft. Ich habe es diese Woche ausprobiert, in der mein eigener Urlaub endete. Den ersten Tipp habe ich diesmal gleich ausgelassen, aber wer ist schon perfekt? Die Ergebnisse der ersten beiden Arbeitstage ansonsten: Inbox Zero von 428 Mails auf Null in 3 Stunden (heißt ja nicht, dass alles schon bearbeitet ist, dafür 380 Mails schon gelöscht), gute Gespräche, den Kollegen hat das Eis geschmeckt. Und ich fühle mich nach wie vor gut erholt.

Und was machen Sie nach dem Urlaub, um angenehm wieder in den Arbeitsalltag zu kommen?

(Foto: Joachim Schlosser, Wellenläufer – 365 Tage)

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Grund der Sendepause – Urlaub 2011

Kein Artikel diese Woche? Nein, zwar habe ich im Urlaub geschrieben, aber die Artikel hebe ich mir auf.

Dafür gibt’s Fotos: Alle Fotos des Urlaubs aus meinem Fotoprojekt 365 Tage - jeden Tag ein Foto. Ab kommender Woche geht’s wieder mit Artikeln weiter.

Wiegesagt: 365 Tage

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Gesamtsystem-Optimierung per Simulation als Erfolgsfaktor

Clouds von theaucitron (CC-BY-SA)

Dr. Stefan Kampmann, Bereichsvorstand für Elektrofahrzeug- und Hybridsysteme bei Bosch, hat einen meines Erachtens sehr wichtigen Artikel im ATZblog zum Thema Systemkompetenz im Automobil geschrieben. Er schreibt »Eine reine Optimierung einzelner Komponenten ist dabei [bei der Nutzung von Hybrid- und elektrischen Antrieben] nicht ausreichend. Die Suche nach optimalen Lösungen hinsichtlich Zusammenspiel und Effizienz muss bereits auf Gesamt-Systemebene ansetzen und dann in Subsysteme und Produkte weitergeführt werden.« Simulation dürfte dafür Schlüsseltechnologie sein.

Ich finde dieser Beitrag, besonders auch mit dem Hinweis am Anfang auf die gesellschaftliche Bedeutung von Innovation bei Transportkonzepten und Systemdefinition, gehört in den Grundkanon der Ingenieursausbildung. Bei allem Detailwissen, bei aller perfekter lokaler Auslegung und Domänenwissen kann eines leicht aus dem Fokus geraten: Dass schließlich und endlich das System den Nutzen erbringen muss, nicht einzelne Funktionalitäten, nicht einzelne Elemente. Das gesamte System muss ein möglichst optimales Ergebnis liefern.

Dieses optimale Ergebnis ist oftmals nicht im endlosen Optimieren einzelner Komponenten zu finden – Gunter Duecks Supramanie lässt grüßen –, sondern erst im Zusammenspiel, in der gesamtheitlichen Betrachtung des Systems. Viele moderne Systeme lassen sich durch den einzelnen jedoch kaum noch im Zusammenspiel und Wirkweise der einzelnen Parameter aller Komponenten überblicken, eine rein analytische Auslegung oder Optimierung wird unmöglich, weil das Gesamtsystem hoch nichtlinear ist. Stark vereinfacht fängt der Entwickler an, einzelne Stellschrauben zu verändern in der Hoffnung, das sich das Gesamtsystemverhalten in der darauf folgenden Messung oder Versuchsfahrt verbessert. Dreht er an anderen Stellschrauben, kann sich dies auch wieder verschlechtern. Manuell ist aufs Gesamtsystem bezogen also wenig zu holen.

Man müsste die Möglichkeit haben, hunderte oder tausende von Stellschraubenänderungen zusammen mit dem dazugehörigen Versuch gleichzeitig und automatisch durchführen zu können. Die Technologie dafür heißt Simulation und wird mit vielerlei Werkzeugen – seien es die meines Arbeitgebers, MATLAB & Simulink, oder auch  andere Simulationstools – seit Jahren für Teilsysteme oder einzelne Komponenten durchgeführt. Wie wäre es nun, die Simulation tatsächlich in größerem Maßstab durchzuführen? Und nicht nur einmal, nicht nur zehn mal, sondern hunderte, tausende Male? Und die Parameteroptimierung dabei automatisch durchführen zu lassen? Nicht nur für einen oder zwei, sondern für dutzende Parameter? Automatische Parameteroptimierung auf numerischer Basis gibt es schon. Aber auf einem Computer kommen Sie bei derartigen Aufgabenstellungen freilich nicht. Vielleicht bekommen Sie noch einmal das Modell unter, installieren dafür aber besser die 64-bit-Version des Simulators. Aber die Simulationszeit? Ist kein prinzipielles Hindernis, denn parallelisierbar ist das ganze auch schon. (Vorsicht: 2 Produktlinks). Rechenzeit sollte doch heutzutage kein limitierender Faktor mehr sein. Was hindert Sie daran, tausende von Simulationsläufen durchzuführen, von denen jeder ein paar Stunden dauert? Dass Sie nur einen kleinen Cluster zur Verfügung haben? Wozu gibt es Clouds? Simulation funktioniert auch in Clouds wie Amazons EC2.

Und wenn Sie Simulationen nicht einfach nur platt von vorn bis hinten durchführen, sondern die Simulation des Aufstartverhaltens Ihres Systems vielleicht als Schnappschuss abspeichern und erst dort zu simulieren anfangen, wo es interessant wird, dann sparen Sie sich von jedem Simulationslauf nochmals Zeit. Und wenn Sie dann noch Abstraktionsebenen sinnvoll wählen und Detail nur dort modelliert ist, wo es auch notwendig ist, dann laufen die Modelle auch. Ein Gerüst zur Wahl der Abstraktionsebene in verschiedenen Dimensionen bietet übrigens das Kapitel über Abstraktion in meiner Dissertation. Informatik und Ingenieurswissenschaften gehören hier zusammen.

Prinzipielle Anwendungen einiger Aspekte können Sie auch in den Aufzeichnungen der Vorträge von Scania zum Thema Spritsparen und Loren Dean zum Thema Parallelisierung auf der MathWorks Automotive Conference 2010 sehen, oder auch in der dazugehörigen Keynote.

Ist das einfach, ein Gesamtsystemmodell so zu integrieren, dass es tatsächlich noch in einem heutigen Computer simuliert werden kann? Nein, das wird mit Sicherheit kein Spaziergang. Das ganze dann noch stabil in die Cloud bringen? Es wird die Hölle, zumindest am Anfang. Was aber ist die Alternative? So weitermachen wie bisher und denken Sie (= Ihre Organisation) kommen damit ewig durch? Optimierungspotential auf der Strasse lassen?

Die Technologie der Simulation kann und wird sich nur in dem Maße vereinfachen und verbessern, in dem Sie genutzt und an ihre Grenzen und darüber hinaus getrieben wird. Es liegt in Ihrer Hand, die fußballfeldergroßen Hallen voller Computerracks, die an den Flüssen dieser Welt stehen, für Innovation im Ingenieurbereich, speziell der Antriebstechnik, zu nutzen. Und es liegt an Ihnen, der Software, genauer gesagt den Softwareherstellern immer mehr abzuverlangen. Aber simulieren Sie!

Kampmann schließt mit den Worten »Wer ins System investiert, wird in Zukunft den Markt für Hybrid- und Elektrofahrzeug aktiv mitgestalten.« Und ins System investieren heißt Systemverständnis herstellen, vertiefen und verfeinern, um dann mit diesem Verständnis arbeiten und optimieren zu können. Simulation ist der Schlüssel. Tun Sie was!

Was meinen Sie? Lassen Sie es die anderen Leser und mich bitte wissen.

Disclaimer

Ich arbeite für MathWorks, den Hersteller von MATLAB & Simulink und bringe die Begeisterung für diese Software bisweilen auch in Blogbeiträgen, Tweets, Kommentaren, Posts auf Facebook, Google+ und Xing zum Ausdruck. Die Meinung in diesem Blogbeitrag gibt nicht notwendigerweise die Meinung von MathWorks wider, sondern meine persönliche.

(Foto: theaucitron auf Flickr, Lizenz Creative Commons-BY-SA)

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Nachgereicht: Fragen zu den Toastmasters-Finanzen als Redevorlage

Aus dem vorigen Artikel, der Fragen zu den Toastmasters-International-Finanzen aufwarf, entstand neben einiger Diskussion auch eine Rede für meinen Toastmasters-Club, das zugehörige Redeprojekt heißt sowieso »Recherche«. Üblicherweise schreibe ich meine Reden nicht wortwörtlich auf, sondern überlege mir eine Struktur und einige Kernformulierungen, die ich bringen möchte.

Ich verwende dafür Mind Mapping, und die Struktur, die das empfehlenswerte Buch »Write to the Top« vorschlägt: Zum einen ist links das sogenannte Focus Sheet aufgelistst, das mir als Redner oder Schreiber hilft, herauszufinden, was ich überhaupt rüberbringen möchte. Es ist ein einfaches und doch wirkungsvolles Rahmenwerk, welches ich für Vorträge und Dokumente vieler Art verwende. Rechts in der Mind Map ist dann der Presenter’s Blueprint zu sehen. Dieser schägt eine Struktur der Rede vor, wobei ich nicht genutzte Alternativen gleich entfernt habe.

MindMap zur Rede7 ToastmastersFinancialsWährend der Rede zeigte ich die einige Quellen, die ich im Blogpost schon verwendete, zusätzlich einige Charts aus meiner Datensammlung, allesamt mit Google Docs erstellt:

Toastmasters International - expenses 2003-2010

Toastmasters International - expenses 2003-2010

Toastmasters International - expenses vs. revenue 2003-2010

Toastmasters International - expenses vs. revenue 2003-2010

Toastmasters International - cost per member 2003-2010

Toastmasters International - cost per member 2003-2010

Toastmasters International - asset and profit 2003-2010

Toastmasters International - asset and profit 2003-2010

Wenn jemand diese Redestruktur verwenden möchte oder schon hat, bin ich an Rückmeldung natürlich sehr interessiert.

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Fragen zu den Finanzen von Toastmasters International

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Toastmasters International ist eine Non-Profit-Organisation, die weltweit in Clubs die freie Rede fördert. Ich bin ein begeistertes Mitglied eines dieser Clubs und finde die Idee, Menschen einen einfachen Zugang zum besseren Reden zu verschaffen, großartig. Am 3. August informierten die Präsidentin und der Direktor über eine weniger in Kürze anstehende Beitragserhöhung um 33%. Zeit für einen Blick in die Finanzen der Organisation und viele Fragen. Fall Sie ebenfalls Toastmaster sind, möchten Sie vielleicht Ihrem Area-, Division- oder District Governor ähnliche Fragen stellen. Wozu hat eine Non-Profit-Organisation mit über 270000 Mitgliedern (13000 in Europa) weit über 36 Millionen Dollar Vermögen? Wie ist zu erklären, dass eine Beitragserhöhung notwendig ist, wo die letzten Jahre meist zwischen 3 und 5 Millionen Dollar Überschuss erwirtschaftet wurden und das Gewinn/Umsatzverhältnis 14% beträgt? Wie kann es sein, dass die Beitragserhöhung durch steigende Kosten in Verwaltung und Lehrmaterial je Mitglied begründet wird, und das bei steigenden Mitgliedszahlen und anderslautenden Jahresberichten von Toastmasters (siehe Zeilen 50 und 51 der Auswertung und die folgende Grafik)? Update: In der Tat sank die Profitabilität des Lehrmaterials von um die 29% vor 2008 auf -8% seit 2009, doch ist dieser Rückgang nicht durch steigende Kosten, sondern durch sinkenden Absatz zu erklären. Wie kann das sein, wo doch bei steigenden Mitgliederzahlen durchaus zu erwarten wäre, dass auch mehr Mitglieder die Fortgeschrittenenhandbücher benötigen? Warum hat eine Organisation mit 90 Beschäftigten HR-Ausgaben von über 400.000 Dollar, also etwa 4 Vollzeitbeschäftigte? Wie ist zu erklären, dass eine Non-Profit-Organisation das Vermögen hochgradig spekulativ anlegt und so im Krisenjahr 2008 an die 6 Mio Dollar Verluste (nur teilweise realisiert) einfährt, und dafür im Jahr darauf 2,5 Mio Dollar für Finanzberatung ausgibt (Update: der Posten Finance steht nicht im Zusammenhang mit Investment. Danke Ellen Hermes.)? Eine vollständige Aufstellung der Finanzen habe ich auf Basis  der Jahresberichte ab 2003 in einer Tabelle zusammengestellt, darin sind auch die Original-Finanz-Jahresberichte verlinkt. Ich sehe ernsthafte Probleme aufkommen, wenn sich noch deutlich mehr Mitglieder in verschiedenen Vereinen dieselben Fragen stellen und keine vernünftigen Antworten darauf bekommen. Die Beitragserhöhung würde rund 5 Mio Dollar zusätzlich in die Kassen spülen und damit einen Gewinn von ca. 8 Mio Dollar bedeuten, eine Gewinnspanne von über 30%. Wozu? Ist es vielleicht das Objective 3 des Strategic Plan 2010, Revenue? Die Beitragserhöhung von Toastmasters International halte ich in höchstem Maße für fragwürdig. Nicht die absolute Höhe bewegt mich, wenngleich ich die Gefahr sehe, dass damit weniger Menschen weltweit der Zugang zu Toastmasters ermöglicht wird. Es ist der Umfang des Aufschlags, den ich in Frage stelle. Bestimmt gibt es vernünftige Antworten auf diese Fragen, lediglich habe ich sie noch nicht gefunden. Kann man von einer Non-Profit-Organisation nicht höchste Transparenz erwarten? Deshalb habe ich bei Präsidentin und Direktor, die die Beitragserhöhung ankündigten, nachgefragt. Die Antwort steht noch aus, die kurze Rede von Gary Schmidt auf der Toastmasters Conference hat jedenfalls noch keine geliefert. Fall Sie ebenfalls Toastmaster sind, dann stellen Sie Ihrem Area-, Division- oder District Governor ähnliche Fragen.


Dear Pat, dear Daniel,

thank you for this information, which, despite the attached FAQ, triggered some serious questions and concerns that I would like to raise. With an ever growing member base, how can effective cost per member go up instead of down? From 1995 to date, the U.S. inflation overall was 48.01%. With the upcoming due increase, the annual fee for Toastmasters actually doubled since then, so is four times the inflation rate (overall). How come? Where does the answer to the first FAQ (“Why are we having a dues increase?”) actually answer the question? I see a process description about how the increase is signed off, but not really a crisp and specific “why”. To get an overview, I reviewed the Toastmasters International financials since 2003 (as can be seen in the spreadsheet). The average profit margin in conjunction with the total asset and asset growth makes me hard to believe I am dealing with a non profit organization. So how do you explain the wish to increase the yearly dues when seen in light of the YoY asset growth, and given that you have a profit margin that most Fortune500 companies are dreaming of? You argument about increasing printing costs also does not hold. When put in relation to members or new members, the cost for educational materials and supplies has little variance, and for sure has not increased over the years. Even the absolute cost has only a standard deviation of .29 (see line 31). The fellow Toastmasters I consulted in reviewing the numbers have a high interest in transparency and see difficulties coming up in encouraging members to join and stay given that increase together with the high profitability. Dear Pat and Daniel, since I am currently preparing my next speech for next week, I would welcome your answers so that I can include them in my talk. As a last question, I would like your statement, on compliance of the financial behavior with the last of the Toastmasters’ promises. Thank you & Best Regards Joachim Schlosser


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