LaTeX – einfach ist besser. Ein Wort zu Hacks in LaTeX

LaTeX Layout Trick

Sie haben also mit LaTeX begonnen. Vielleicht sogar mit meinem LaTeX-Buch »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX«. Doch warum schreibe ich nichts über Tricks, warum gibt es im Buch keine ausufernden Befehls-Sequenzen? Ganz einfach: Weil Sie das fast nie nicht brauchen. LaTeX wurde geschaffen, damit Sie sich auf den Inhalt Ihres Werkes konzentrieren können.

Was wollen Sie bewirken? Wird Ihr Schriftstück tatsächlich besser, wenn Sie jetzt Stunden verbringen, um ein setzerisches Detail einzubauen? Vielleicht ja. Vielleicht sieht es tatsächlich besser aus. Und ja, Sie können tatsächlich sinnvoll Zeit mit der Suche nach der Lösung für setzerische Detailprobleme verbringen. Wenn Sie ansonsten komplett fertig sind, wenn Ihr Text inhaltlich vollkommen ist. Wenn Ihr Literaturverzeichnis vollständig ist, also alles referenziert, was Sie referenzieren sollten. Wenn Sie das Stichwortverzeichnis mit sinnvollen Wörtern befüllt haben, falls ihr Werk gedruckt werden soll, da in rein elektronischen Veröffentlichungen die Volltextsuche einen Index überflüssig macht. Wenn Ihre Querverweise sinnvoll sind. Wenn Ihre Grafiken dem Inhalt dienen und gut aussehen.

Dann, und nicht vorher, können Sie sich mit einem LaTeX-Hack bzw. der Suche danach beschäftigen. Sobald Sie an dieser Stelle ankommen, dann sind Sie kein Anfänger mehr. Sobald Sie an dieser Stelle ankommen, haben Sie wahrscheinlich schon einige Male mit englischen Erläuterungen von LaTeX-Eigenheiten zu tun gehabt, sei es in Form von Fehlermeldungen oder in Form einer Paketdokumentation. Und das ist auch gut so. Denn letztendlich können Sie die Funktionalität jeder Dokumentklasse, jeden Pakets verändern und erweitern, indem Sie Befehle umdefinieren, eigene Konstrukte hinzufügen und vorhandene außer Kraft setzen. Damit verlassen Sie in der Regel den Bereich, der für die normale Anwendung einer Klasse oder eines Pakets gedacht ist. Das ist okay, wenn ihnen klar ist, dass Sie sich dieser Bereich hinter den Kulissen ohne Vorwarnung von einer Version zur nächsten ändern kann, dass er oft schlecht ausgeschildert ist und möglicherweise mit anderen wechselwirkt. Kurzum: wer weiß, was er tut, kann alles tun. Die andere Art von Hacks, die Sie im Netz finden, verwenden gar keine Pakete, sondern basieren auf TeX-Basisbefehlen und bauen bestimmte Eigenschaften von Null auf nach. Auch daran ist nichts auszusetzen, wenn Ihnen bewusst ist, dass die von Ihnen gewünschte Eigenschaft vielleicht schon in anderer Form existiert und das Hack damit wiederum wechselwirkt.

Die Abhängigkeiten und Fehlerquellen sind so mannigfaltig und machen es damit unwahrscheinlich ist, dass Sie aufs erste Mal eine Lösung hinbekommen, die das tut, was Sie wollen und dazu keine einzige Fehlermeldung beim Kompilieren auswirft. Wenn Sie also eine Sammlung von speziellen Tricks zur Hand nehmen, wird diese Sie unweigerlich irgendwann verlassen, weil der Autor ja nicht wissen kann, was Sie an Paketen alles verwenden. Und dann müssen Sie sich ohnehin durch den Quellcode von Paketen wühlen und diesen versuchen zu verstehen.

Freilich habe auch ich für das LaTeX-Buch an so mancher Definition herumgebogen, um das Layout genau so hinzubekommen, wie es die Buchreihe des Verlags vorsieht. Das ganze habe ich möglichst weit oben und vollständig in den dafür vorgesehenen Rahmen von KOMA-Script programmiert, womit es eigentlich kein Hack mehr ist, sondern fortgeschrittene Anwendung. An anderer Stelle überschrieb ich tatsächlich Paketverhalten.

Im Buch werden Sie keine Beispiele dafür finden, denn ich möchte, dass Sie LaTeX als eine Dokumentsprache erleben, die einfach anzuwenden ist. Oder, um es mit den Worten Dieter Moors auszudrücken: »Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht.« Bei keiner meiner wissenschaftlichen Arbeiten, weder bei Dissertation noch bei Diplomarbeit, habe ich einen solchen Hack verwendet oder vermisst.

Halten Sie es einfach. Es geht mit Bordmitteln schön.

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Die 19 offensichtlichsten Metropolis-Anleihen

metropolis

Metropolis – Stummfilmmeisterwerk von 1927 von Fritz Lang, ist damit mehr als achtzig Jahre alt. Vor einigen Wochen sah ich Metropolis zum ersten mal, als die restaurierte Fassung bei Arte lief, und sofort fielen mir Dinge auf, die ich in anderen, deutlich späteren Filmen schon gesehen hatte. Metropolis war stilbildend: In neueren Filmen finden sich immer wieder Elemente und Versatzstücke, die bereits in ähnlicher Optik in Metropolis auftauchen. Ob diese nun Metropolis zitieren oder sich unbewusst inspirieren ließen, vermag ich nicht zu sagen.

Das, was mir aufgefallen ist, möchte ich hier auflisten. Einige Elemente fand ich bei Dirk Henninger, bei Sciencefictionlexikon und in der Wikipedia bestätigt.

  1. Die Kleidung der Arbeiter findet sich in sehr ähnlicher Fassung wieder in 1984. Einfache, schlecht sitzende Overalls prägen bei beiden Filmen das Bild der handelnden Gruppe. Der Unterschied ist, dass in Metropolis die Unterschicht diese Kleidung trägt, während es bei 1984 die Mittelschicht ist.
  2. Der Professor C. A. Rotwang findet sich in vielen späteren Filmen wieder, so etwa als Doc Emmet Brown aus der Zurück in die Zukunft-Reihe.
  3. Die Stadt an sich mit den hohe Gebäuden kam mir bekannt vor aus Filmen wie Blade Runner, Das fünfte Element, irgendeiner der Batman-Filme u.a.
  4. Die Laufbahn im Garten der Söhne erinnert mich an die Leni-Riefenstahl-Ästhetik ein Jahrzehnt später.
  5. Die Gestaltung im Garten der Söhne sah ich schon in Kill Bill 2 gegen Ende, beim letzten Gefecht.
  6. Das Videotelefon zum Maschinisten greift einer Unzahl von SciFi-Filmen und Fernsehserien vorweg.
  7. Der Maschinenmensch sieht genauso aus wie C3PO aus Star Wars, bzw. andersherum.
  8. Das Konzept des Maschinenmensch in Menschengestalt ist wohl an die Frankenstein–Geschichte angelehnt, inspirierte aber wohl wiederum Blade Runner und Terminator.
  9. Die Katakomben sah ich schonmal, als Indiana Jones durch ein Labyrinth irrt und dann in einer domartigen Höhle ankommt.
  10. Das Konzept für Marias Transfer auf die Mensch-Maschine kennen wir sowohl aus Robocop als auch Face/off.
  11. Die Leuchtringe bei der Verwandlung der Mensch-Maschine sehen so aus wie die Transporterringe aus Stargate-SG1, nur ohne Metall.
  12. Die Metallbänder über Maria während der Verwandlung tauchen auch im Film Das fünfte Element auf, wenn Leelo erzeugt wird.
  13. Joh Fredersen ist ein reicher/mächtiger Mann, der zum Wissenschaftler geht, um sich Hilfe zu beschaffen. Dieses Versatzstück findet sich immer wieder, sei es bei Dagobert Duck, der Daniel Düsentrieb heimsucht, oder Batman, der sich Hilfe vom Chefingenieur von Wayne Enterprises holt.
  14. Die Art der Arbeiten an den Maschinen sah ich schon in verschiedenen Musikvideos, wobei es mir schwer fällt, ein bestimmtes zu nennen. Um Hinweise wäre ich dankbar.
  15. Freders Blick mit weit aufgerissenen Augen, als er erkrankt und dann die Mensch-Maschine sieht, genau diesen Blick hat auch Jack Nickolson drauf.
  16. Der Wassereinbruch in der Arbeiterstadt kommt später nochmal vor, dann nicht mit Häusern, sondern mit Autos: in Daylight, Sly Stallones Tunnel-Film.
  17. Die Rettung über die Leiter findet sich wieder in Der Untergang der Poseidon.
  18. Die Versöhnung vor der Kirche als Motiv kommt in vielen Filmen vor, zum Beispiel auch in Sissi.
  19. “Der kurz vor dem Ende stehende dramatische Kampf Rotwang – Freder im Dach der Kirche und auf dem Turm wurde 1989 von Tim Burton in Batman fast vollständig kopiert (Joker – Batman).” (Quelle: Wikipedia, Lizenz CC-BY-SA)

Welche Anleihen finden sich noch? Welcher Cineast kennt noch mehr?

(Foto: aus dem Filmtrailer auf Youtube von Warner Bros, dient zur Voransicht.) 

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Video über die 5 kinderleichten Schritte zu natürlicher Projektplanung nach GTD

Aus dem Artikel über Natürliche Projektplanung nach GTD von vor zwei Wochen wurde mein Toastmasters-Redeprojekt Nr. 9 »Überzeugen«. Die Kamera lief mit, und so stelle ich das Video hier zur Verfügung. Ich habe mich soweit wie möglich an die Empfehlungen von Garr Reynolds gehalten.

Wer übrigens selbst mal bei einem unserer Toastmasters-Treffen dabei sein möchte, ist jeden 1. und 3. Montag im Monat herzlich bei den Münchner Brainstormers willkommen!

Wie immer habe ich die Rede mittels der Methode »Write to the Top« ausgearbeitet. Bei dieser Methode arbeite ich im ersten Schritt ein sogenanntes »Focus Sheet« aus, das mir hilft, den Kern und die Besonderheiten der Rede zu finden, bevor ich dann mittels des »Presenter’s Blueprint« den Ablauf der Rede festlege. Als MindMap-Fan mache ich dies in eben einem Tool zum MindMapping, das sieht dann aus wie folgt (1,8 MB, Flash):

MindMap der Redestruktur Natürliche Projektplanung

MindMap der Redestruktur Natürliche Projektplanung (1,8 MB Flash)

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Medienkompetenz beginnt schon mit dem Telefon

Telefon

Gibt es eine Verbindung zwischen Christian Wulff und Medienkompetenz? Wie die meisten Verbindungen würde er auch diese wohl reflexartig leugnen, und ich stimme ihm zu. Mangelnde Medienkompetenz jedoch mit emotionaler Aufregung zu entschuldigen, macht es noch schlimmer, denn was macht er denn, wenn wirklich mal was in der Sache ernstes ist?

Was ist Medienkompetenz? Ohne nachzusehen: im eigentlichen Wortsinne wird dies wohl die Kompetenz sein, mit Medien umzugehen. Welche Medien ist durch den Begriff zunächst nicht festgelegt. In den letzten Jahren wird jedoch hauptsächlich Fernsehen und vor allem Internet als Medien gesehen, für die es einer Kompetenz bedarf, oder auf der anderen Seite vor allem fürs Internet besonderere Regulierungen, die eine Kompetenz wiederum überflüssig machen sollen. Ich halte es da eher mit der Erklärung des Elektrischen Reporters Mario Sixtus.

Interessanterweise fordert die Politik oftmals eher Regulierungen, während Intensivnutzer eher die Medienkompetenz fordern und gelegentlich klarer umreißen. Wenn Politiker Medienkompetenz fordern, dann mit Fokus auf Kinder und auch wieder eher regulierend (Siehe Sabine Böger, »Sachstand«, Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags). Woher kommt das? Vielleicht daher, dass so mancher Spitzenakteur der Politik nicht eben vor Medienkompetenz strotzt? Oder weil sich mancher Medienkompetenz darin erschöpft, wortgewandt in ein Mikrofon eines Journalisten zu sprechen?

Was ist also Medienkompetenz? Für mich ist es die Fähigkeit, ein Kommunikations- oder Unterhaltungsmedium so zu verwenden, dass der persönliche Nutzen kurz-, mittel- und langfristig am besten werde. Weiterlesen

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Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder – 5 Schritte zu natürlicher Projektplanung nach GTD

Kuchen backen

Kinder bedienen sich der natürlichen Projektplanung von selbst. Allen anderen helfen David Allens 5 Schritte aus Getting Things Done zur einfacheren Planung von Projekten.

Eben sitze ich an einem frischen Projekt und bediene mich der »Natürlichen Projektplanung«, wie sie David Allen in »Getting Things Done« (deutsch »Wie Sie die Dinge geregelt kriegen«) beschreibt. Und eben weil die Methode ebenso einfach wie effektiv ist, sollten Sie sie ebenfalls anwenden.

Kinder machen das übrigens ganz von selbst. Schauen Sie mal zu, wenn Kinder im Alter von etwa drei bis sechs Jahren sich mit anderen unterhalten, bevor sie eine Sandburg bauen, einen Kuchen backen. Da wird zuerst bestimmt, wie groß die Sandburg sein soll, wer mitbauen darf, dann malt man sich aus, wie sie aussehen wird. Deswegen sagt David Allen ja auch, dass wir natürliche Projektplanung nicht wirklich lernen müssen, sondern nur wieder ausgraben. Wir haben’s alle schon mal gekonnt.

Update: ich habe dazu eine Rede auf Video aufgenommen und gepostet. Update Ende.

»Natural Project Planning« geschieht in 5 Schritten:

  1. Zweck und Prinzipien definieren
  2. Erfolg visualisieren
  3. Ideen sammeln
  4. Organisieren
  5. Nächste Schritte identifizieren

Viele ausgefeilte Methoden zur Projektplanung beschäftigen sich hauptsächlich mit Punkt 4, dem Organisieren, was dann dazu führt, dass oft ein perfekt geplantes Projekt leider nicht zum Erfolg führt, weil zu Beginn wichtige Fragen vergessen wurden. Weiterlesen

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Aside

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest 2011!

4 Gründe, warum ich mir (noch) keinen eBook-Reader wie Kindle kaufe

ebook readers by Cloned Milkmen on Flickr

Ich werde mir auf absehbare Zeit keinen eBook-Reader kaufen. Weder den Kindle noch irgend einen anderen. Noch nicht. Denn auch wenn ich absolut der Ansicht bin, dass eBooks die Zukunft gehört und es über kurz oder lang als Papier nur noch schöne Bildbände und aufwendige Sammlerausgaben geben wird, so fehlen mir bei den aktuellen Geräten noch einige wichtige Eigenschaften.

Natürlich ist es schön, immer seine halbe Bibliothek dabei zu haben, doch in den meisten Fällen brauche ich das nicht, die paar Bücher, die ich gerade lese, reichen ja aus. Doch das sind nicht die Gründe für meine abwartende Haltung, sondern die folgenden:

  1. Zuallererst möchte ich ein flexibles Display bzw. ein flexibles Gerät haben, das ich auch mal unordentlich einfach in die Tasche stecken kann. Eines, das nicht bricht, wenn ich dann doch noch ein echtes Buch darauf drücke. Eines, vom Knicken nicht kaputt geht. Halt so wie echtes Papier. E-Ink in schwarzweiss reicht erstmal. Die meisten Bücher, die ich lese, sind eh nur Text. Flexibles Display gibt’s schon, nur in einem eBook Reader habe ich es noch nicht gesehen.
  2. Ein Buch muss ich nicht aufladen. Gut, ein eBook-Reader braucht halt Strom, aber dann sollte er sich bitte selbst aufladen. Ob da jetzt auf der Rückseite Solarzellen drauf sind und es dann ausreicht, wenn ich ihn ein oder zwei Stunden auf dem Schreibtisch nahe dem Fenster liegen habe, oder ob er den Strom aus der Bewegung oder von mir aus Radiowellen zieht, ist mir wurscht.
  3. Papierbücher kann ich aus- und herleihen. Und so will ich auch für eBooks die Möglichkeit haben, Bücher aus- und herzuleihen. Das kann gerne auch mit DRM sein, so dass, so lange ich das Buch hergeliehen habe, es selbst nicht lesen kann. Insgesamt hat das Ausleihen von eBooks dann vielleicht sogar einen Vorteil: Ich wüsste immer, wem ich ein Buch ausgeliehen habe, und auch derjenige weiß, von wem er es hat. Das wäre durchaus mal eine faire Anwendung von DRM. (Einen ersten Ansatz davon beschreibt Johnny Haeusler im Artikel über MexxBooks.)
  4. Und schließlich sollte ich auch vernünftig daraus zitieren können. Beim Papierbuch kann ich schreiben »auf Seite 381« und habe die Fundstelle dadurch bis auf wenige Absätze eingegrenzt aber beim eBook? Die Angabe »bei 79%« kann bei langen Werken zehn Papierseiten umfassen, und eine genauere Angabe »bei 79,832%« macht auch erst Sinn, wenn die Zählung bei den meisten eBook-Readern verbreitet und standardisiert ist.

So, wir machen das jetzt genauso wie mit dem Handy. 2001 kaufte ich mein Nokia 6150, und verkündete fortan, ich würde mir erst wieder ein neues Handy kaufen, wenn es eines ohne Tasten gäbe und zwar ziemlich reif. Neun Jahre später war’s dann soweit. Und genau so machen wir das jetzt mit dem eBook-Reader.

Eilt nicht. Ich kann’s erwarten. Über ein »Danke für die Produktidee« würde ich mich freuen.

(Foto: Cloned Milkmen on Flickr, License CC-BY-SA)

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Präsentation: Frühzeitige Verifikation von Embedded-Regelungssystemen mit Model-Based Design

Heute auf dem ESE Kongress in Sindelfingen gehalten: Die Präsentation, die Embedded-Entwicklern die Vorzüge von Simulation nahe brachte.

Aus dem Original-Abstract des Vortrags:

Viele Entwicklungsorganisationen setzen auf Systemmodellierung, doch nur ein Teil von ihnen nutzt den vollen Umfang von Model-Based Design. Manche verwenden Modelle lediglich zur Definition der Architektur von eingebetteten Regelungssystemen oder zur Codegenerierung ein. Bei einer solch isolierten Anwendung der Modellierung liegt jedoch ein Großteil des Potenzials von Model-Based Design brach. Durch einen frühzeitigen und über die gesamte Entwicklung laufenden Einsatz von Model-Based Design können Entwickler-Teams Fehler sehr früh identifizieren und beheben. Die frühzeitige Verifikation sorgt dafür, dass Ingenieurteams die meisten Probleme vor dem Implementieren und Testen mithilfe von ausführbaren Spezifikationen, Mehrdomänensimulationen und virtuellen Prüfständen identifizieren und korrigieren können.

Dieser Beitrag stellt erprobte Ansätze vor, mit denen eine frühzeitige Verifikation und Richtlinien zur Anwendung von Model-Based Design im gesamten Entwicklungs-Workflow erzielt werden können.

Wie unschwer zu erkennen ist, hielt ich den Vortrag in meiner Rolle als MathWorker. Wenn Sie auch ein »MathWorker« werden wollen, dann schreiben Sie mir an Joachim punkt Schlosser at MathWorks punkt De.

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Gunter Dueck’s book Professional Intelligence and Seth Godin’s Linchpin

Bending Tree

Times are a changing.


Professionelle Intelligenz

Gunter Dueck. Eichborn 2011, Gebundene Ausgabe, 252 Seiten, € 19,95

Many of us feel it. After the industrialization is on its last legs, now the service sector is being automated or outsourced or rationalized away. Gunter Dueck has coined the term screen backside consulting in his previous books, a job that gradually disappears. The insurance agent that asks us questions and his computer program calculates the best fare from those will disappear, as well as the travel agent reading out loud from a travel portal reviews about destinations with which she is unfamiliar, or the used car dealers who look not at the car but only at the list calculated value. Seth Godin writes that those engaged in work that can be executed strictly according to instructions, all are subject to increasing strong cost pressure.

It is the industrialization of the working areas, first workpieces, then simple services (but who remain at the site), now consulting. Everything is being industrialized and consistently follows the lowest bidder if there are no significant differences in substance.

(This post is the English translation of my last week’s combined book review.)

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Gunter Duecks Professionelle Intelligenz und Seth Godin’s Linchpin

Bending Tree

Die Arbeitswelt ändert sich.


Professionelle Intelligenz

Gunter Dueck. Eichborn 2011, Gebundene Ausgabe, 252 Seiten, € 19,95

Viele von uns spüren das. Nachdem die Industrialisierung in ihren letzten Zügen liegt, werden nun die Dienstleistungen automatisiert oder ausgelagert oder wegrationalisiert. Gunter Dueck hat schon in seinen vorigen Büchern den Begriff Bildschirmrückseitenberatung geprägt, die nun sukzessive wegfällt. Der Versicherungsvertreter, der uns Fragen stellt und sein Computerprogramm daraus den besten Tarif ausrechnet, wird verschwinden, ebenso wie das Reisebüro, in dem Angestellte zu ihnen unbekannten Zielen Bewertungen von Portalen vorlesen, oder Gebrauchtwagenhändler, die das Auto gar nicht anschauen sondern nur den Schwacke-Wert ausrechnen. Seth Godin schreibt, das diejenigen, die Arbeiten ausüben, die sich streng nach Anleitung durchführen lassen, alle stark steigendem Kostendruck unterliegen werden oder schon tun.

Es ist die Industrialisierung der Arbeitsbereiche, zunächst Werkstücke, dann einfache Dienstleistungen (die jedoch am Ort verbleiben), jetzt Beratung. Alles wird industrialisiert und folgt konsequent dem günstigsten Anbieter, wenn es keine signifikanten inhaltlichen Unterschiede gibt.

Es kommt auf das Besondere an


Linchpin

Seth Godin. Portfolio Hardcover 2010, Gebundene Ausgabe, 256 Seiten, € 13,80

Sowohl Dueck als auch Godin sagen: es kommt auf das Besondere an, das der einzelne einbringt oder eben nicht.

Bei Dueck lautet der Aufruf an jeden Einzelnen: Professionalität ist gefragt. Das schließt soziale Kompetenz ebenso ein wie Macher-Qualitäten, als auch die Fähigkeit, etwas darzustellen, einen Sinn zu stiften und kreativ zu sein. Und schliesslich ist es der eigene Antrieb, der Menschen zu sogenannten Professionals macht, nicht rein extrinsische Faktoren. Dueck spricht vom Erschaffen von Arete, einem Symbol für die Schönheit, die jeder als solche erkennt.

Seth Godin ruft uns dazu auf, ein Linchpin zu werden. Linchpin (engl. Herzstück, Stütze, Achsnagel, Dreh- und Angelpunkt). Dies geht nach Godins Dafürhalten nur, indem jeder seine ganz spezielle Kunst erschafft, die für sich genommen jeweils ein Geschenk an jemanden sein kann, indem man auch auf sein Bauchgefühl hört. Er bringt als Beispiel den Kellner, dessen wahre omnipräsente Aufmerksamkeit und Freundlichkeit nicht durch ein Handbuch beschrieben werden und nicht von jemandem reproduziert werden kann, der nicht von sich aus so sein möchte. Dieser Kellner gibt seine Kunst als Geschenk an die Gäste und das Restaurant und ist doch wahrscheinlich zufriedener als der Kollege, der die Minuten zählt. Godin schreibt mehr vom Künstler als vom Linchpin, mir erscheint ersteres als das zentrale Konzept seines Buches.

Was für Gunter Dueck der Professional, ist für Seth Godin der Künstler (wobei das englische »artist« viel schöner klingt).

Professionelle Intelligenz

Als gelernter Mathematiker strukturiert Dueck die PQ, die professionelle Intelligenz in ihre Teilbereiche (alle Zitate aus dem Buch):

  • IQ- »die normale Intelligenz des Verstandes«
  • EQ – »die emotionale Intelligenz des Herzens und der Zusammenarbeit«
  • VQ – »die vitale Intelligenz des Instinktes und des Handelns«
  • AQ – »die Intelligenz der Sinnlichkeit (›Attraction‹) und der instinktiven Lust und Freude«
  • CQ – »die Intelligenz der Kreation (›Creation‹) oder der intuitiven Neugier«
  • MQ – »der ›Sinn für Sinn‹, also die Intelligenz der Sinnstiftung und des intuitiven Gefühls (›meaningful‹, bedeutsam)«

Die Häufung des Wortes »intuitiv« fällt auf, und so verbringt Dueck auch einige Kapitel mit Lösungsansätzen, wie denn Menschen diese verschiedenen Arten von Intuition erwerben können. Immer geht es um angeleitete Erfahrung durch einen Professional, was im heutigen Lehrsystem trotz Engagement mancher Lehrer leider nicht wirklich darstellbar ist. Und es hängt auch nicht nur am (Hoch-)Schulsystem, sondern am Ökosystem aus Eltern und sozialem Umfeld. Dieses Umfeld hat gravierende Auswirkungen, wie auch der Deutsche Lernatlas zeigt, den die Bertelsmann Stiftung jetzt vorgestellt hat, der Spiegel berichtet in der aktuellen Ausgabe darüber.

Somit ist bei Dueck die konkrete Handlung, das eigene Umfeld und das der Kinder positiv zu beeinflussen, um darin Professionals heranwachsen zu sehen und sie zu trainieren.

Die Kunst des eigenen Schaffens und das Schaffen der eigenen Kunst

Im Fokus steht bei Godin dagegen das Tun. Godin sieht als konkrete Handlung, sich selbst dazu zu entscheiden, ein Linchpin zu werden bzw. zu sein, und der Akt des Tuns. Und wenn das im momentanen Arbeitsumfeld nicht geht, sich entweder ein neues zu suchen oder im ehrenamtlichen Bereich einen Mehrwert zu liefern. Verbunden mit dem Konzept der eigenen Kunst zeigt er Hindernisse auf, die einem beim Erschaffen der eigenen Kunst – er spricht von »der Arbeit« – zuwiderlaufen, und Lösungsansätze.

Diese Kunst, so schreibt Godin, könne eben nicht fest eingepreist werden, sondern trage zu einer Kultur des Schenkens bei. Das Schenken wiederum bereichere ja nicht nur den Beschenkten, sondern auch den Schenkenden selbst, da es dessen Reputation mehre und sich dies beizeiten real manifestieren könne. Dies wirke natürlich auf Dauer nicht bei dumpf reproduzierten Commodity-Geschenken, sondern eher bei originärer Kunst. Das kann die mit Herzblut erbrachte, außergewöhnliche Dienstleistung von Mensch zu Mensch ebenso sein wie ein kostenloser Rat. In vielen Jobs ist das Schaffen von Kunst möglich, und wer sich dazu entscheidet, ein Linchpin zu werden, der wird sich dafür auch ein Umfeld suchen, in dem das möglich ist.

Die Kunst kommt übrigens auch bei Dueck vor – als Arete, als Begriff des Hervorragenden. Ein Professional oder eben ein Linchpin vermag es, Arete zu erschaffen. Und wiederum ist es egal, und zwar beiden Autoren, ob es sich dabei um eine Sache, ein geistiges Gut oder die Art einer Dienstleistung handelt.

Professional und Achsnagel

Beides sind auch Motivationsbücher, wobei meinem Empfinden nach Dueck eher extrinsisch motiviert, während Godin direkt auf die intrinsische Motivation hinzielt.

Wer hat nun recht? Ich meine beide. Dueck geht das Problem mehr von der sachlichen Seite an und bringt den emotionalen Teil mit ein, Godin kommt mehr von der emotionalen Seite und bringt den sachlichen Teil mit ein. Ist ja auch logisch, denn ersterer war Mathematikprofessor und Technologiechef bei IBM Deutschland, zweiterer ist Unternehmer und Marketingexperte. Und doch sind sie sich näher, als es auf den ersten Blick erscheint.

Linchpin erschien eineinhalb Jahre früher als Professionelle Intelligenz, und doch fast gleichzeitig mit dem dueckschen Vorgängerbuch »Aufbrechen!: Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen«, das mehr die makroökonomischen Grundlagen der Veränderung der Arbeits- und Ausbildungswelt erläutert.

Kritiker

Beide haben ihre Kritiker. Dueck wird in den Amazon-Rezensionen zum Buch unter anderem vorgeworfen, er schriebe über weite Strecken ohne wirklich fundierte Begründung, und die Liste der für einen Professional erforderlichen Eigenschaften und Fähigkeiten übersteige ja wohl das, was ein normaler Mensch heute tun könne. Damit haben die Kritiker zweifellos recht und geben gleichzeitig ein Indiz dafür, dass sie das Ansinnen Duecks nicht verstanden haben: Das Leben wird kein Ponyhof mehr. Die Kompetenzen sind nicht so gemeint, dass jeder es  in allen zur Meisterschaft bringen muss, sondern ein Spektrum, in dem man sich der Gesamtheit bewusst sein sollte, jedoch durchaus eigene Schwerpunkte setzen kann. Dies erklärt Dueck auch.

Bei Godin wird in der Diskussion zum Wikipedia-Artikel über seine Person hinterfragt, wo aus seiner Historie er denn überhaupt die Kompetenz nähme, über Makroökonomie und Globalisierung zu schreiben. Auch hier wird von den Kritikern eine wissenschaftlichere Ausarbeitung verlangt, als Godin sie liefert. Selbst wenn Godin mehr Publizist denn Ökonom ist, tut das den Ideen, die er präsentiert, keinen Abbruch.

Für beide gilt: umgreifende Änderungen gingen in der Geschichte oftmals nicht von den in den jeweiligen Fachgebieten etablierten Wissenschaftlern allein aus, sondern im Zusammenwirken mit fachfremden und fachverwandten Querdenkern. Die Interdisziplinarität begünstigt doch gerade die Offenheit für Änderungen, weil eben jeder etwas anderes einbringt.

Der Dueck liest sich wie ein Dueck und der Godin liest sich wie ein Godin

Gunter Dueck nutzt im Buch seine Spannweite zwischen skurilen Geschichten und Strukturierung von Sachverhalten, was sich für mich immer angenehm liest. Das Lesen an sich ist hier keine Mühe, umso mehr bleibt Kapazität, um über das Gelesene nachzudenken.

Auch Seth Godin fällt mir leicht zu lesen – bzw. zu hören, da ich die ungekürzte Hörbuchfassung habe –, sein Stil ist jedoch mehr der eines Motivationsredners. Auch klar, schließlich kommt er mehr aus dem Marketing.

Ich fand beide Bücher sehr erhellend und motivierend und empfehle beide uneingeschränkt zur Lektüre: Professionelle Intelligenz: Worauf es morgen ankommt und Linchpin: Are You Indispensable?

(Foto: Joachim Schlosser auf Flickr, Lizenz CC-BY-SA)

 

 

 

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